Die Halbinsel Jasmund besteht auf der Nord- und Nordostseite aus Kreidebergen, die von horizontal liegenden Feuersteinlagern durchzogen sind. An den Abbruchkanten zur See haben sich viele kleine Kaps wie die berühmte Stubbenkammer gebildet. Die sogenannte Große Stubbenkammer (man leitet den Namen vom slaw. stopien, „Stufen“, und kamen, „Fels“, ab) mit der höchsten Spitze, dem Königsstuhl, 119 m ü. NN., ist gegen das Meer hin fast senkrecht abgeschnitten und gewährt eine unvergleichliche Aussicht. Am 24. Februar 2005 rutschte die berühmte Felsformation Wissower Klinken ins Meer und existiert seither nicht mehr.
Ein anderer Einschnitt des Kreidegebirges, die Kleine Stubbenkammer, liegt ostwärts vom Königsstuhl, ist nicht so hoch, aber fast noch steiler und lässt von seinem mit Bäumen und Gebüsch bewachsenen Rand fast senkrecht in die Tiefe zum Meer blicken. Im Rücken der Großen Stubbenkammer liegt die Stubnitz (Stubbenitz), ein sechs Kilometer langer und vier Kilometer breiter Buchenwald. An dessen Südende liegt die Stadt Sassnitz und in dessen Inneren der sogenannte Herthasee (Borg- oder Schwarzer See), der einen Durchmesser von 52 m hat und 16 m tief ist.
Westwärts stößt an den See ein Wall (Burgwall), der einen ovalen Platz einschließt und einen Umfang von 300 m hat und westlich fast in einem Viertelkreis von einem zweiten, aber unregelmäßigen Wall eingefasst wird. Man hat diesen Wall, der 159 m ü. M. liegt, für die Reste der Herthaburg gehalten und dahin den Schauplatz der Hertha oder Nerthus verlegt – ohne triftigen Grund – der betreffende Wall ist viel wahrscheinlicher ein slawischer Burg- und Tempelwall aus heidnischer Zeit, der vielleicht den Tempel des Triglav umschloss. Auch an anderen Denkmälern der Vorzeit, namentlich Hünengräbern, ist Rügen reich.
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